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gegenstrategien : die theaterfeste der regionen 2011 theaterland steiermark
 
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bestOFFstyria 2.11:
TheaterLandPreis 2011 in Höhe von 7000,- € geht an das
Theaterkombinat DIE RABTALDIRNDLN
für ihre Produktion «ZIELSICHER»


Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:
Dass sich eine kluge Regie-Arbeit und eine kollektive Arbeitsweise nicht ausschließen, beweist die diesjährige Preisträger-Produktion.
Die komplizierte Wechselbeziehung zwischen Heimatliebe und Heimathass ist der Treibstoff ihrer Arbeit – ebenso wie ihre pointierten Analysen über die Rolle der Frau. Der Umgang mit dem musikalischen Erbe der Steiermark mündet in ein lustvolles und verführerisches Identitäts-Spiel und Alpenmusical.
Ihr trockener Humor, eine Prise charmant harsche Bühnenpräsenz, ein Feuerwerk an Einfällen und eine Portion Cleverness sind Bestandteile ihres Erfolgsgeheimnisses. Dies führt weit übers Regionale hinaus und hoffentlich weiterhin auch in internationale Kontexte.

Mit ZIELSICHER bohren die Rabtaldirndln ihre performative Lanze direkt ins Herz der Steiermark. Herzlichen Glückwunsch!

bestOFFstyria 2.11:
Der „Preis der Jury“ in Höhe von 2000,- €, gestiftet von der Stadt Graz, geht an LORENZ KABAS

 

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

Der Spezialpreis der Jury geht an einen Schauspieler, der über einen langen Zeitraum am konsequentsten in seiner Rolle im Hintergrund blieb.

Immer da! Immer zu hören! Fast nicht gesehen! Trotzdem im Focus! Eine Maschine der Dienstleistung! Von Abba bis Zappa!

In seiner Rolle als „Live-Wurlitzer“ in „warmanziehen“ brannte sich sein präzises, stoisches, uneitles Spiel, gepaart mit einem grenzenlosen musikalischen Potential, langwirkend ins Unterbewußtsein des Publikums ein. Der Spezialpreis der Jury des bestOFFstyria2.11. geht an Lorenz Kabas.

bestOFFstyria 2.11:

Der PublikumsPreis geht an das Theaterkombinat DIE RABTALDIRNDLN mit der Produktion «ZIELSICHER»

Die Jury beurteilt die nominierten Produktionen wie folgt:

Theater im Bahnhof

WARMANZIEHEN

 

Das TiB prägt die steierische Theaterszene seit Jahren nachhaltig - und offensichtlich auch reichhaltig! Mit WARMANZIEHEN wird das gesamte Haus zur Spielfläche: vom Schlot, über Probebühnen bis hin zu Büroräumen und der Bar. Das kommunikative Gesamtkunstwerk verlangt von Performern und Zuschauern viel, immerhin dauert der theatrale Marathon sechs Stunden, die Dank des reichlich angebotenen Wodkas überraschend kurzweilig erscheinen. Bei der Fülle der Darstellungen gibt es teilweise extreme qualitative Unterschiede. Einige Szenen sind zu flach, wobei es immer wieder zu überraschenden Highlights kommt (beispielsweise die VERSCHWINDEN-Performance von Monika Klengel). 

 

 

zweite liga für kunst und kultur

WHERE IS DANCE IN TOWN

 

Die zweite liga kündigt im englischen (warum eigentlich?) Begleittext eine performative Recherche im öffentlichen Raum und verspricht dem Zuschauer neue Perspektiven der Wahrnehmung. Vier uniform gekleidete Performer nehmen das Publikum mit auf ihre ,site specific‘-Wanderung. Leider nutzt die Gruppe das Potential des Settings nicht aus. Die performative Kraft der Darstellerinnen ist ausbaufähig. Die Vorstellung ist sehr brav, eine Auseinandersetzung oder gar Bespielung der Architektur bleibt aus. Der naive Charme hinterlässt keine bleibenden Eindrücke, die Interaktion mit Passanten ist ebenfalls zweifelhaft. Allerdings gelingt der Gruppe ein raffinierter Clou am Ende der Performance.  Mehr solche „Wunder“ oder eine konkrete Reibung mit dem urbanen Raum wäre wünschenswert.

 

 

theater t‘eig

EMILIA G.

 

Die Version des theater t'eig von Emilia Galotti konnte trotz postdramatischer Reduktion auf den G-Punkt weder Spannung noch sichtbares Interesse am Stoff erkennen lassen. Die sechs spielfreudigen LaiendarstellerInnen bedienen sich des Textes und der Rezeptionsgeschichte, brechen aber leider in keinem Moment den in sich stimmigen konservativen Grundhaltung der Inszenierung. Ständige Rollenwechsel und didaktische Ausstiege aus der Narration geben sich die Hand mit einer gelungenen Interpretation für die Matura-Prüfung. Der moderne Anstrich des Abends mündet in einem Reigentänzlein zu Streichquartett-Versionen des Nirvana-Klassikers „Smells Like Teen Spirit“. Vom Aufschrei der Originale bleibt nichts.

 

 

 

Franz von Strolchen/uniT

RÄUBERZELLE

 

Im Foyer des Theaters beginnt der Abend mit der 'Gesellschaft für Sicherheit und Geborgenheit' und einer Sponsoren-Mitmach-Animation, die den Zuschauer auf eine falsche Fährte führt. Nach einer Videoeinführung ins Unternehmen wird man zwar auch im Saal weiter multi-medial versorgt, aber der angedeutete Zusammenhang zwischen professionellen Kleinganoven und dem Sicherheitsbedürfnis des Normalbürgers bleibt im Dunklen. Im Publikum sitzende Darsteller sprechen über eine aufwendige Head-Set-Verschaltung hörspielartig Interviewtexte des Dauerhäftlings Karl H.. Unterbrochen werden Sie dabei nur von schlecht erkennbaren Videos auf der Bühnenwand, in der sich das Publikum spiegelt, wenn keine Videos zu sehen sind. Hinter der Wand wird gegen Ende eine Verhör-Zellen-Installation sichtbar, die aber auch nicht zur Aufklärung der gesellschaftlichen Verortung und des künstlerischen Interesses beiträgt.

 

 

 

theater t‘eig

DER KISSENMANN

 

Märchen sind grausam. Märchen sind böse. Märchen sind nichts für Kinder. Grausame Märchen über Kinder erzählt der Kissenmann. In der Inszenierung des theater t'eig von Thomas Sobotka begeben sich drei außergewöhnlich intensiv agierende Schauspieler in ein vielschichtiges Papiertheater und spielen um ihr Theater-Leben. Dem gelben Pfad folgend begeben sich die drei immer tiefer in die Spiel- und Bedeutungsebenen der bösen menschlichen Psyche. Dass sie der mitunter selbstverliebten Regie folgen und dabei einige Volten zuviel machen, machte den Abend ungefähr 20 Minuten zu lang, um ihn genießen zu können.


Die Rabtaldirndln
ZIELSICHER

Dass sich eine kluge Regie-Arbeit und eine kollektive Arbeitsweise nicht ausschließen, beweist die diesjährige Preisträger-Produktion.

Die komplizierte Wechselbeziehung zwischen Heimatliebe und Heimathass ist der Treibstoff ihrer Arbeit – ebenso wie ihre pointierten Analysen über die Rolle der Frau. Der Umgang mit dem musikalischen Erbe der Steiermark mündet in ein lustvolles und verführerisches Identitäts-Spiel und Alpenmusical.

Ihr trockener Humor, eine Prise charmant harsche Bühnenpräsenz, ein Feuerwerk an Einfällen und eine Portion Cleverness sind Bestandteile ihres Erfolgsgeheimnisses. Dies führt weit übers Regionale hinaus und hoffentlich weiterhin auch in internationale Kontexte.

Mit ZIELSICHER bohren die Rabtaldirndln ihre performative Lanze direkt ins Herz der Steiermark. Herzlichen Glückwunsch!

bestOFFjury 2.11:

Julia SCHREINER

Produktionsdramaturgin in Berlin  


Nadine JESSEN
Dramaturgin, Kampnagel Hamburg

 

Dominik GÜNTHER

Freier Regisseur, Hamburg  


Christoph RECH
Dramaturg, FFT Düsseldorf









 

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